Bradford-Faktor: Formel, Rechner und Beispiele
Der Bradford-Faktor bewertet, wie zersplittert Fehlzeiten sind. Geben Sie die Zahl der Abwesenheitsepisoden und die Fehltage ein, dann sehen Sie den Wert und seine Einordnung. Die Rechnung läuft in Ihrem Browser, es wird nichts übertragen.
Bradford-Faktor
125
–
5² × 5 = 125
Die Formel: S² × D
Formel
Bradford-Faktor = S² × D
S = Zahl der Abwesenheitsepisoden · D = Fehltage insgesamt
Der Zeitraum ist meist ein rollierendes Jahr, also die letzten 52 Wochen. Zwei Abwesenheiten, zwischen denen kein Arbeitstag liegt, zählen als eine Episode. Weil S quadriert wird, bestimmt die Häufigkeit den Wert: Viele kurze, ungeplante Ausfälle wiegen schwerer als ein langer, denn sie sind für das Team schwerer aufzufangen. Die Kennzahl stammt aus Großbritannien und ist dort in der Personalarbeit verbreitet; in Deutschland ist sie seltener und rechtlich enger eingebunden, dazu unten mehr.
Beispiele
Drei Beschäftigte von NovaTech hatten im letzten Jahr jeweils 10 Fehltage:
| Fehlzeiten | Episoden (S) | Fehltage (D) | Bradford-Faktor |
|---|---|---|---|
| 10 Tage am Stück | 1 | 10 | 1² × 10 = 10 |
| Drei Episoden (4 + 4 + 2 Tage) | 3 | 10 | 3² × 10 = 90 |
| Zehn einzelne Tage | 10 | 10 | 10² × 10 = 1.000 |
Dieselben zehn Tage ergeben 10, 90 oder 1.000. Die reine Zahl der Fehltage zeigt dieses Muster nicht, der Bradford-Faktor schon. Für Greta Vogel aus dem NovaTech-Vertrieb mit fünf einzelnen Fehltagen ergibt sich 5² × 5 = 125.
Schwellenwerte und ihre Grenzen
Eine Norm oder gesetzliche Grenze für den Bradford-Faktor gibt es nicht. Jedes Unternehmen legt eigene Schwellen fest. Absenca ordnet die Werte so ein:
- unter 50: niedrig
- 50 bis 199: mittel
- 200 bis 499: hoch
- ab 500: kritisch
Andere Quellen nennen andere Stufen. Zwei Dinge gelten für alle: Ein Schwellenwert ist ein Anlass, genauer hinzusehen und mit der Person zu sprechen, nie eine Entscheidung für sich. Und welche Abwesenheiten mitzählen, legen Sie vorher fest. Urlaub, Elternzeit und andere geplante Abwesenheiten gehören nicht hinein.
Kritik am Bradford-Faktor
- Er kennt den Grund nicht. Ein hoher Wert kann eine chronische Erkrankung, ein krankes Kind oder Überlastung bedeuten, nicht mangelnde Zuverlässigkeit.
- Er kann Präsentismus fördern. Wer den Wert fürchtet, kommt krank zur Arbeit, steckt andere an und fällt später länger aus.
- Er reagiert stark auf Ausreißer. Ein schlechtes Quartal, etwa mit wiederkehrender Migräne, treibt den Wert nach oben, obwohl das Jahr sonst unauffällig war.
- Er kann benachteiligen. Eine ungünstigere Behandlung wegen Schwangerschaft gilt nach § 3 Abs. 1 AGG als Benachteiligung wegen des Geschlechts, und § 1 AGG schützt auch vor Benachteiligung wegen einer Behinderung. Solche Fehlzeiten haben in einem Wert, der Folgen auslöst, nichts zu suchen.
Was in Deutschland dazugehört
§ 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG: Der Betriebsrat bestimmt bei technischen Einrichtungen mit, die dazu bestimmt sind, Verhalten oder Leistung der Beschäftigten zu überwachen. Ob und wie Sie den Bradford-Faktor nutzen, klären Sie deshalb vorher mit ihm, am besten in einer Betriebsvereinbarung.
Art. 9 DSGVO: Krankheitsdaten sind Gesundheitsdaten und besonders geschützt. Den Wert sollten nur die Personen sehen, die ihn für ihre Aufgabe brauchen.
§ 167 Abs. 2 SGB IX: Ist jemand innerhalb eines Jahres länger als sechs Wochen ununterbrochen oder wiederholt arbeitsunfähig, bietet der Arbeitgeber ein betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) an. Für diese Schwelle zählen die Fehltage, nicht der Bradford-Faktor.
Welche Schwellen Sie setzen und welche Folgen ein Wert hat, entscheiden Sie als Arbeitgeber. Diese Hinweise geben den Gesetzestext für Deutschland wieder und sind keine Rechtsberatung.
Mehr zu Fehlzeitenquote, Krankmeldungen und Berichten finden Sie auf der Seite Abwesenheitsmanagement. Den Urlaubsanspruch bei Teilzeit und Eintritt im Jahr rechnet der Urlaubsrechner.
Zuletzt geprüft: · Absenca-Team
Häufige Fragen
- Wie berechnet man den Bradford-Faktor?
- Bradford-Faktor = S² × D. S ist die Zahl der einzelnen Abwesenheitsepisoden, D die Zahl der Fehltage im selben Zeitraum, meist den letzten 52 Wochen. Fünf einzelne Fehltage ergeben 5² × 5 = 125.
- Ab welchem Wert ist der Bradford-Faktor hoch?
- Eine verbindliche Grenze gibt es nicht. Absenca ordnet Werte ab 50 als mittel, ab 200 als hoch und ab 500 als kritisch ein. Das sind Orientierungswerte, die jedes Unternehmen selbst festlegt und vor der Einführung mit dem Betriebsrat abstimmt.
- Darf ich den Bradford-Faktor in Deutschland verwenden?
- Das Gesetz verbietet die Kennzahl nicht. Wenn es einen Betriebsrat gibt, bestimmt er nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG bei der Einführung mit, und Krankheitsdaten sind nach Art. 9 DSGVO besonders geschützt. Fehlzeiten wegen Schwangerschaft oder einer Behinderung dürfen nicht zu einer Benachteiligung führen.
Den Bradford-Faktor automatisch berechnen
Absenca berechnet den Bradford-Faktor für jede Person aus der echten Abwesenheitshistorie, ohne Strichliste. Er ist im Pro-Tarif und im Custom Pack enthalten, nicht im kostenlosen Starter-Tarif.