Urlaubsanspruch in Österreich: 5 oder 6 Wochen nach dem Urlaubsgesetz
In Österreich haben Arbeitnehmer nach dem Urlaubsgesetz 5 Wochen Urlaub pro Arbeitsjahr (30 Werktage bzw. 25 Arbeitstage), nach 25 Dienstjahren 6 Wochen. Vordienstzeiten, Schule und Studium werden bis zu 12 Jahre angerechnet; Urlaub verjährt zwei Jahre nach Ende des Urlaubsjahres.
Nach dem österreichischen Urlaubsgesetz (UrlG) stehen jeder Arbeitnehmerin und jedem Arbeitnehmer 5 Wochen bezahlter Urlaub pro Arbeitsjahr zu, also 30 Werktage oder 25 Arbeitstage bei einer 5-Tage-Woche. Nach 25 Dienstjahren steigt der Anspruch auf 6 Wochen (36 Werktage bzw. 30 Arbeitstage), wobei angerechnete Vordienst-, Schul- und Studienzeiten diesen Zeitpunkt deutlich vorziehen können.
Dieser Beitrag erklärt den Stand 2026: wie viel Urlaub Ihnen zusteht, wann die 6. Urlaubswoche kommt, wie Teilzeit gerechnet wird, wann Urlaub verjährt und was beim Austritt mit offenem Urlaub passiert.
Wie viel Urlaub steht mir in Österreich zu?
Der gesetzliche Anspruch beträgt 5 Wochen pro Arbeitsjahr. Wie viele Tage das sind, hängt davon ab, ob in Werktagen oder Arbeitstagen gerechnet wird:
| Dienstzeit | Werktage (Mo–Sa) | Arbeitstage (5-Tage-Woche) |
|---|---|---|
| unter 25 Dienstjahren | 30 | 25 |
| nach Vollendung des 25. Dienstjahres | 36 | 30 |
Werktage sind laut Wirtschaftskammer die sechs Wochentage von Montag bis einschließlich Samstag. Wer in Werktagen rechnet, zieht also pro Urlaubswoche sechs Tage ab, auch wenn nur von Montag bis Freitag gearbeitet wird. Das Ergebnis ist in beiden Fällen gleich: 5 Wochen.
Ab wann habe ich Anspruch auf Urlaub?
In den ersten 6 Monaten wächst der Anspruch im Verhältnis zur Zeit, die Sie schon im Betrieb sind. Nach etwa einem Monat sind das rund 2 Arbeitstage. Mit Beginn des 7. Monats steht der gesamte Jahresurlaub zu. Ab dem zweiten Arbeitsjahr entsteht der volle Urlaub jeweils schon mit Beginn des Arbeitsjahres.
Das Urlaubsjahr ist grundsätzlich das Arbeitsjahr: Es beginnt mit dem Tag Ihres Eintritts. In manchen Betrieben ist stattdessen das Kalenderjahr als Urlaubsjahr vereinbart.
Wann bekomme ich die 6. Urlaubswoche?
Die 6. Urlaubswoche gebührt nach Vollendung des 25. Dienstjahres beim selben Arbeitgeber. Für diese Wartezeit werden aber bestimmte frühere Zeiten angerechnet:
| Zeiten | Anrechnung |
|---|---|
| Dienstzeiten bei anderen Arbeitgebern im Inland oder im EWR (je mindestens 6 Monate), auch selbständige Tätigkeit | insgesamt höchstens 5 Jahre |
| Schulzeiten einer höheren oder berufsbildenden mittleren oder höheren Schule | höchstens 4 Jahre |
| Vordienst- und Schulzeiten zusammen | höchstens 7 Jahre |
| erfolgreich abgeschlossenes Hochschulstudium (gewöhnliche Dauer) | höchstens 5 Jahre, zusätzlich zu den 7 Jahren |
In Summe sind laut ÖGB maximal 12 Jahre zusätzlich zum laufenden Arbeitsverhältnis anrechenbar. Wer das voll ausschöpft, braucht nur 13 Jahre beim selben Arbeitgeber. Überschneiden sich Schul- und Dienstzeiten, zählen sie nur einmal.
Elternkarenz: Für Geburten ab dem 1. August 2019 sind auch Karenzzeiten beim selben Arbeitgeber für die 6. Urlaubswoche einzurechnen, und zwar für jedes Kind. In den meisten Fällen sind das höchstens 22 Monate.
Beispiel: Greta Vogel hat eine HTL abgeschlossen (5 Jahre, davon höchstens 4 anrechenbar) und davor 3 Jahre bei einem anderen Betrieb gearbeitet. Angerechnet werden 7 Jahre. Sie erreicht die 6. Urlaubswoche bei ihrem aktuellen Arbeitgeber daher schon nach 18 statt nach 25 Jahren.
Tipp: Halten Sie Nachweise wie Dienstzeugnisse oder Schulzeugnisse bereit und melden Sie Vordienstzeiten der Personalabteilung.
Wie viel Urlaub habe ich bei Teilzeit?
Auch wer Teilzeit arbeitet oder geringfügig beschäftigt ist, hat Anspruch auf 5 Wochen bezahlten Urlaub pro Arbeitsjahr. Der Anspruch wird auf die Tage umgerechnet, an denen Sie regelmäßig arbeiten:
| Arbeitstage pro Woche | Urlaub (5 Wochen) |
|---|---|
| 5 | 25 Arbeitstage |
| 4 | 20 Arbeitstage |
| 3 | 15 Arbeitstage |
| 2 | 10 Arbeitstage |
| 1 | 5 Arbeitstage |
Eine wertneutrale Umrechnung in Stunden kann vereinbart werden, etwa bei unregelmäßig verteilter Arbeitszeit.
Wechsel von Teilzeit auf Vollzeit (oder umgekehrt): Laut WKO wird offener Urlaub so umgerechnet, dass die Zahl der verbleibenden Urlaubswochen gleich bleibt. Beispiel der WKO: 14 offene Tage bei einer 4-Tage-Woche sind 3,5 Wochen. Nach dem Wechsel auf eine 5-Tage-Woche werden daraus 17,5 Tage.
Wer bestimmt, wann ich Urlaub nehme?
Urlaub muss immer zwischen Ihnen und Ihrem Arbeitgeber vereinbart werden. Weder darf der Arbeitgeber Urlaub einseitig anordnen, noch dürfen Sie ihn eigenmächtig antreten. Ist der Urlaub einmal vereinbart, kann er nur aus schwerwiegenden betrieblichen Gründen, etwa einem Betriebsnotstand, widerrufen werden. Dann muss der Arbeitgeber bereits entstandene Kosten wie Stornogebühren ersetzen.
Eine Ausnahme gibt es: Den Zeitpunkt eines Urlaubstages pro Urlaubsjahr dürfen Sie als persönlichen Feiertag einseitig selbst bestimmen. Dieser Tag kommt aus Ihrem normalen Urlaubsanspruch.
Wenn Sie Urlaub verbrauchen, wird automatisch immer der älteste noch offene Urlaub zuerst aufgebraucht.
Wann verjährt Urlaub in Österreich?
Nach § 4 Abs. 5 UrlG verjährt der Urlaubsanspruch nach Ablauf von zwei Jahren ab dem Ende des Urlaubsjahres, in dem er entstanden ist. Praktisch haben Sie damit mindestens 3 Jahre Zeit, den Urlaub eines Jahres zu verbrauchen.
Beispiel der WKO: Beginnt das Urlaubsjahr am 1.2.2014, ist der Urlaub für dieses Jahr bis 31.1.2017 verbrauchbar.
Zwei wichtige Einschränkungen:
- Hinweispflicht des Arbeitgebers: Nach der Rechtsprechung des EuGH (C-120/21) setzt die Verjährung voraus, dass der Arbeitgeber Sie zuvor zum Verbrauch aufgefordert und rechtzeitig vor dem Verfall gewarnt hat.
- Karenz: Bei Elternkarenz verlängert sich die Verjährungsfrist um die Dauer der Karenz.
Achtung beim Vergleich mit Deutschland: Dort gelten andere Fristen, siehe Resturlaub verfällt wann. Wer in der Schweiz arbeitet, findet die Regeln unter Ferienanspruch Schweiz.
Was passiert mit offenem Urlaub, wenn ich kündige?
Endet das Arbeitsverhältnis, muss der Arbeitgeber offenen Urlaub auszahlen. Diese Zahlung heißt Urlaubsersatzleistung.
- Laufendes Urlaubsjahr: Der Urlaub wird aliquot (anteilig) ausgezahlt, bereits konsumierte Tage werden abgezogen. Die Arbeiterkammer rechnet so: 30 Werktage : 365 Kalendertage × im Urlaubsjahr zurückgelegte Kalendertage, minus verbrauchte Tage.
- Höhe pro Tag: (Monatsentgelt + 1/12 Urlaubszuschuss + 1/12 Weihnachtsremuneration) : 26, bei Berechnung in Werktagen. Regelmäßig geleistete Mehr- und Überstunden, Zulagen und Zuschläge zählen zum Monatsentgelt.
- Vorjahre: Offener, nicht verjährter Urlaub aus Vorjahren ist zur Gänze auszuzahlen.
Bei einer verschuldeten Entlassung oder einem unberechtigten vorzeitigen Austritt wird die Urlaubsersatzleistung anders berechnet.
Urlaubsansprüche im Team im Blick behalten
Für HR in kleineren Betrieben wird die Rechnung schnell unübersichtlich: Teilzeitkräfte mit 3-Tage-Woche, Alturlaub, der verjähren kann, mehrere Standorte. In Absenca hat jedes Büro seine eigene Arbeitswoche, Feiertage, sein eigenes Urlaubsjahr und eigene Abwesenheitsarten. Urlaub lässt sich in Tagen, halben Tagen oder Stunden erfassen, Übertrag und Anspruchsaufbau rechnet das System mit. Der kostenlose Plan reicht für bis zu 10 Personen, ohne Kreditkarte und ohne Enddatum. Die Urlaubsersatzleistung selbst berechnet Absenca nicht, das bleibt Sache der Lohnverrechnung.
Häufige Fragen
Habe ich in Österreich 25 oder 30 Urlaubstage?
Beides kann stimmen. 30 Werktage und 25 Arbeitstage sind dasselbe: 5 Wochen. Es kommt nur darauf an, ob Ihr Betrieb mit Samstag (Werktage) oder mit einer 5-Tage-Woche (Arbeitstage) rechnet.
Zählt meine Lehrzeit oder mein Studium für die 6. Urlaubswoche?
Lehrzeiten bei anderen Arbeitgebern zählen als Vordienstzeiten (bis 5 Jahre). Ein abgeschlossenes Hochschulstudium wird mit seiner gewöhnlichen Dauer, höchstens 5 Jahre, zusätzlich angerechnet.
Kann mein Arbeitgeber mich zwingen, Urlaub zu nehmen?
Nein, nicht einseitig. Urlaub muss vereinbart werden. Umgekehrt dürfen Sie Urlaub nicht ohne Zustimmung antreten, außer Ihren persönlichen Feiertag.
Verfällt mein Urlaub, wenn ich ihn nicht nehme?
Erst zwei Jahre nach Ende des Urlaubsjahres, in dem er entstanden ist, und laut EuGH nur, wenn der Arbeitgeber Sie vorher zum Verbrauch aufgefordert und auf den drohenden Verfall hingewiesen hat.
Bekommen Teilzeitkräfte weniger Urlaub?
In Wochen gerechnet nicht: Es bleiben 5 Wochen. In Tagen sind es weniger, weil nur die Tage zählen, an denen Sie regelmäßig arbeiten, zum Beispiel 15 Tage bei einer 3-Tage-Woche.
Die Regeln können sich ändern und Kollektivverträge können günstiger sein. Prüfen Sie im Zweifel das Urlaubsgesetz im RIS oder die Informationen der Arbeiterkammer.